28. Februar 2020, 23:11 Uhr

Zwei Corona-Fälle in Hessen

28. Februar 2020, 23:11 Uhr

Wetzlar/Wiesbaden - In Hessen ist eine zweite Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Bei einem 29-Jährigen aus dem Hochtaunuskreis sei der Erreger SARS-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte das Sozialministerium am Freitagabend mit. Der Fall stehe in Zusammenhang mit dem ersten hessischen Coronavirus-Infizierten aus dem Lahn-Dill-Kreis. Der 29-Jährige zeige milde Krankheitszeichen und sei häuslich isoliert. Er werde engmaschig vom Gesundheitsamt betreut, sein Zustand regelmäßig kontrolliert.

Das neuartige Virus war zuvor bei einem 31-Jährigen aus Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis) festgestellt worden. Die Behörden arbeiten seitdem daran, dessen Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Es gehe jetzt darum, die Infektionskette zu unterbrechen, sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes des Lahn-Dill-Kreises, Gisela Ballmann. Der 31-Jährige arbeitet nach Angaben von Landrat Wolfgang Schuster (SPD) in Hüttenberg und war auf einer Dienstreise in der Lombardei unterwegs gewesen. Nach seiner Rückkehr am Sonntag aus der norditalienischen Region, in der der Erreger SARS-CoV-2 häufig nachgewiesen wurde, habe er sich beim Gesundheitsamt gemeldet.

31-Jähriger nicht schwer erkrankt

Der Mann werde im Klinikum Wetzlar in einem Isolierzimmer behandelt. Sein Gesundheitszustand sei stabil, er sei nicht schwer erkrankt.

Hessen stellt sich auf weitere mögliche Infektionen ein. »Wir müssen insgesamt davon ausgehen, dass wir weitere Fälle sehen werden«, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Freitag. Mit dem ersten Nachweis gebe es allerdings eine Situation, auf die sich Hessen schon länger vorbereitet habe.

Auch der Direktor des Instituts für Virologie der Uni Marburg, Prof. Stephan Becker, erwartet weitere Coronavirus-Nachweise in Hessen. Es spreche vieles dafür, dass sich das Virus auch in den oberen Atemwegen vermehre, damit sei es leichter übertragbar. Allerdings scheine die Krankheit meist mild zu verlaufen.

Die Landesärztekammer Hessen rief nach dem Nachweis der Infektion zu Besonnenheit auf. »Auch wenn das Virus damit näher rückt und wir davon ausgehen müssen, dass die Infektionsrate deutlich ansteigen wird, ist Panik unangebracht«, erklärte Landesärztekammerpräsident Edgar Pinkowski. »Das hessische Gesundheitswesen ist gut auf die Corona-Epidemie, die wir derzeit erleben, vorbereitet.«

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland sollen zusätzliche Schutzvorkehrungen greifen. So sollen Großveranstaltungen von umfassenden Risikobewertungen abhängig gemacht werden, wie nach einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung am Freitagabend in Berlin mitgeteilt wurde. Konkrete Entscheidungen liegen aber bei den Veranstaltern und zuständigen Behörden vor Ort. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich für ein Vorgehen mit »Maß und Mitte« beim Umgang mit dem Virus aus. dpa » Seiten 4, 6-8

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