01. November 2022, 17:01 Uhr

Schatten über dem Spitzenduell

01. November 2022, 17:01 Uhr
Avatar_neutral
Aus der Redaktion
Feine Übung gegen Eintracht Frankfurtt: Tom Bobzien vom Turnteam Linden. Foto: Wißner

Linden (twi). Überschattet wurde die deutliche 21:69-Heimnniederlage des Turnteams Linden gegen Eintracht Frankfurt in der Lindener Stadthalle durch eine schwere Verletzung von Nico Horvath.

Bereits beim Einturnen stürzte dieser unglücklich vom Reck und musste anschließend vor Ort von einem Notarzt behandelt werden. Zuschauer wie auch die Gäste aus Frankfurt zeigten sich dabei von ihrer besten Seite, es wurden keine Smartphones gezückt und auch vom Gegner kam die Anweisung, »nehmt euch alle Zeit der Welt die ihr braucht«.

Horvath hatte beim Tkatchev die Reckstange verfehlt und verdrehte und überstreckte sich beim Aufkommen das linke Knie. Von Betreuern und Sanitätern erfolgte die Erstbehandlung bis zum Eintreffen des Notarztes. Unter großen Schmerzen wurde der Nachwuchsturner aus der Halle zum Rettungswagen gebracht. Mit halbstündiger Verspätung startete so der Wettkampf, bei dem erst in der zweiten Hälfte das gastgebende Turnteam seine Schockstarre ablegen konnte. Zu groß war die Sorge und Ungewissheit, wie es sich mit der Verletzung des Nachwuchsturners verhält. Und auch am Ende des Wettkampfs konnte Hallensprecher Tom Pfeiffer noch keine näheren Angaben zur Verletzung machen. So lag ein großer Schatten über den Sieg und der damit einhergehenden Meisterschaft der Adlerträger.

Eintracht Frankfurt konnte nach dem Abstieg aus der 1. Turnliga nun bereits vor dem letzten Wettkampf den Meistertitel der 2. Turn-Bundesliga Nord und damit die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Rückkehr in die Eliteklasse perfekt machen.

Leider rückte das Duell der beiden besten Turner der 2. Turn-Bundesliga Nord, dem Frankfurter Petro Pakhniuk (82 Punkte) und Ares Federici (73 Punkte) in den Hintergrund. Dabei war es der Italiener, der einmal mehr mit herausragenden Leistungen und 19 Punkten nicht nur das Duell für sich entschied, sich auch einmal mehr zum besten Punktesammler des Wettkampfs gegen Eintracht Frankfurt, sondern auch der gesamten 2. Turn-Bundesliga Nord krönte.

Geplant war eigentlich, dass aufgrund der fehlenden Turner diesmal Horvath zusammen mit Teamkapitän Tim Pfeiffer, Maximilian Kessler und Tom Bobzien die fehlenden Yumito Nishiura und, Florian Arendt ersetzen sollte. Erst recht, als dann vor dem Wettkampf auch noch die Absage von Nico Köhler kam, der mit Fieber darniederlag.

So war Trainer Christian Hambüchen gefordert, der völlig umplanen und seinem Team viel Zuspruch machen musste. »Es fing sehr unglücklich mit der Verletzung von Nico an, das war ein schwerer Schlag für uns und so mussten heute Turner Geräte turnen für die sie eigentlich nicht vorgesehen waren. Auch wenn der Gegner sowieso heute nicht zu schlagen war, so haben doch alle ihre Sache gut gemacht«, zog Hambüchen am Ende des Wettkampfs ein Resümee und zeigte sich auch nach diesem letzten Heimwettkampf mit dem Saisonverlauf zufrieden. Als besonderer Gast in der Halle konnte Tom Pfeiffer mit Kunstturner Willi Jaschek einen zweifachen Olympiateilnehmer und »Held von Mexiko« begrüßen, der neben dem Allendorfer Ernst Niessner auf der Tribüne die Wettkämpfe verfolgte.

Am Boden war es einzig und allein Federici, der für Linden fünf Punkte erturnte, bevor dann die nächsten sieben Duelle allesamt verloren gingen und erneut Federici an den Ringen vier Punkte für das Turnteam zum 9:40-Halbzeitstand holte.

Nach der Pause konnte das Turnteam sogar einen Gerätesieg beim Sprung durch die Siege von Maximilian Kessler und Federici holen. Am Barren und Reck war es wiederum lediglich Federici der für das Turnteam punkten konnte. Beeindruckend dabei am Barren die Übung des Frankfurter WM-Finalisten Petro Pakhniuk aus der Ukraine.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos