16. November 2022, 17:20 Uhr

Ein starker fünfter Rang

16. November 2022, 17:20 Uhr
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Aus der Redaktion
Ein Garant für das gute Resultat des Turnteams: Ares Federici, der zweitbeste Turnter der 2. Bundesliga. Foto: Wißner

Linden (twi). Nach der 25:50- Niederlage beim Vorjahres-Meister KTV Koblenz im Turnforum Koblenz-Asterstein beschließt das Turnteam Linden die Saison 2022 mit dem fünften Platz in der Abschlusstabelle der 2. Turn-Bundesliga Nord. Drei Siege fuhr die Riege von Trainer Christian Hambüchen ein, musste vier Niederlagen verkraften, konnte aber erstmals ein positives Geräteverhältnis mit 44:40 verbuchen - was im Endeffekt einen starken fünften Platz bedeutet.

Letztendlich waren es die erturnten Gerätepunkte in Koblenz, die zu dieser positiven Bilanz führten. Mit einem Gerätesieg am Pferd und jeweils einer Punkteteilung an Sprung und Reck. Darüber hinaus stellt das Turnteam mit Ares Federici den zweitbesten Turner der 2. Bundesliga. Insgesamt 81 Punkte erturnte der Italiener für das Turnteam und rangiert damit direkt hinter dem Ukrainer Petro Pakhniuk vom ungeschlagenen Meister Eintracht Frankfurt.

Auch Teamkapitän Tim Pfeiffer zeigte sich rundum zufrieden mit dem Saisonverlauf, wobei er vor allem den Charakter des Teams lobt. »Was ich noch wertvoller und beeindruckender finde, ist, wie die Mannschaft auf Rückschläge und Ausfälle durch Krankheit oder Verletzungen reagiert hat. Hier muss ich zuallererst die eigenen Lindener Jungs nennen, die sowohl an den Geräten, aber auch außerhalb der Wettkämpfe viel Verantwortung übernommen haben. Schade, dass wir durch Ausfälle keinen Wettkampf in Vollbesetzung turnen konnten«, hadert trotz des erreichten Saisonziels der Kapitän damit, dass eine noch bessere Platzierung möglich war.

Mit dem Engländer Raekwon Baptist und Tobias Schnurr habe das Turnteam zudem zwei neue Teammitglieder in seinen Reihen, »die Lust auf mehr machen«. Allein der fulminante Einstand beim Heimwettkampf von Baptist lässt für 2023 einiges erwarten. Pfeiffer: »Weil ich weniger Geräteeinsätze hatte, konnte ich mich deutlich besser auf die Dinge außenrum fokussieren, die für mich als Kapitän den Großteil der Arbeit darstellen. Dazu gehört auch die Organisation rund um die Wettkampfwochenenden oder die Taktik während des Wettkampfes«.

Im Vorfeld des Saisonabschlusses in Koblenz hatte KTV-Trainer Ralf Schall, der nahezu auf die komplette Mannschaft zurückgreifen konnte, tiefgestapelt, als er davon sprach, dass »wie in den drei vorangegangenen Wettkämpfen kein Favorit auszumachen ist und erneut die Tagesform über Sieg und Niederlage entscheiden wird«. Ein noch amtierender Meister, wenn auch schon entthront, ist jedoch immer in der Favoritenrolle und dieser wurden die Gastgeber auch gleich gerecht, sicherten sie sich doch prompt mit 9:4 den Sieg am Boden. Einmal mehr war es Ares Federici, der hier für das Turnteam punktete. Am Pferd sicherte sich das Turnteam, durch den Mallorquiner Joshua Jack Williams Meehan und Yumito Nishiura, einen 8:5-Gerätesieg und startete so mit einem dünnen 12:14--Rückstand recht zuversichtlich an den Ringen. Doch hier erwiesen sich die Gastgeber als zu stark, gewannen alle vier Duelle und das Gerät, so dass es mit einem 12:28-Rückstand für Linden in die Pause ging. Trotz dieses deutlichen Geräteverlusts waren alle Beteiligten froh darüber, dass besonders Federici ohne Verletzungen davongekommen war. Ihm riss bei seiner ersten Ringeübung das Riemchen und bei der zweiten Übung rutschte er unkontrolliert beim Abgang aus den Ringen - zwei Schrecksekunden für alle Beteiligten. Federici und Tim Pfeiffer waren es, die dann nach der Pause den Sprung bei einem 6:6 unentschieden gestalteten. Am Barren war das Turnteam, chancenlos. Koblenz konnte hier die Weichen auf Sieg stellen. Am Schlussgerät, dem Reck, erreichten Williams Meehan und Nishiura erneut ein Remis. »Es war definitiv keine leichte Saison, da wir neben der sportlichen und turnerischen Leistung mit Belastungen wie krankheitsbedingten Ausfällen oder Verletzungen zu kämpfen hatten. Wir denken hier besonders an Nico Horvath, der sich im Wettkampf gegen Eintracht Frankfurt schwer verletzt hat. Eine starke mannschaftliche Geschlossenheit und ein noch engerer Zusammenhalt war jedoch zu jederzeit der Grundstein, um die schweirgen Zeiten zu lösen, auch wenn angesichts der Schwere der Verletung das Sportliche in den Hintergrund rückt. Wir sind aber auch stolz auf unsere Nachwuchsabteilung, die erneut viel Verantwortung übernahm und die das Team hervorragend ergänzt. Nun heißt es, die vergangenen, turbulenten acht Wochen Ligazeit ruhen zu lassen«, so Tim Pfeiffer bei seinem Saisonfazit.



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