03. Dezember 2022, 06:00 Uhr

Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar am Sonntag: Hilft die starke Bilanz gegen den THW Kiel?

Gegen den THW Kiel hat die HSG Wetzlar drei der letzten fünf Bundesligapartien gewonnen. Das Interims-Trainerduo Jasmin Camdzic und Filip Mirkulovski strebt eine Fortsetzung der Serie an.
03. Dezember 2022, 06:00 Uhr
Daniela_Pieth
Von Daniela Pieth

Einen neuen Trainer kann Handball-Bundesligist HSG Wetzlar noch nicht präsentieren. Nichtsdestotrotz hat sich die Mannschaft mit Interimstrainer Jasmin Camdzic und Co-Trainer Filip Mirkulovski akribisch auf den nächsten Gegner vorbereitet.

Am Sonntag um 14 Uhr ist Rekordmeister THW Kiel zu Gast in der Buderus Arena und hat mit den Grün-Weißen noch ein Hühnchen zu rupfen.

Denn in den letzten fünf Spielen ging der Rekordmeister drei Mal als Verlierer vom Platz. Im Oktober 2019 entführten die Zebras die letzten zwei Punkte aus der Wetzlarer Wohnstube und wenn es nach den Grün-Weißen ginge, dürfte das auch in diesem Jahr so bleiben. Über 4000 Zuschauer werden erwartet, aber es stehen noch etwa 400 Stehplatzkarten zur Verfügung.

Wie war die Woche? Der Sieg bei der TSV Hannover-Burgdorf vor gut einer Woche war viel wert - für die Tabelle aber auch für die Stimmung in der Mannschaft und deren Einstellung zur Arbeit. Es ist das erste Heimspiel für das Duo Camdzic/Mirkulovski, die der Truppe eine fokussierte Trainingswoche bescheinigte.

Es wurde an klaren Strukturen gearbeitet, an der Abwehr und der zweiten Welle. So soll die gute Leistung in Hannover gefestigt und darauf aufgebaut werden.

»Wir wollen den Gegner immer vor neue Aufgaben stellen«, sagt Camdzic, wohl wissend, dass mit dem THW eine große Herausforderung auf Wetzlar zukommt. »Wir haben auch ein paar neue Sachen erarbeitet, die die Jungs gut angenommen haben.«

Die HSG als Angstgegner der Kieler? »Wetzlar war in der Vergangenheit nicht unbedingt unser Lieblingsgegner«, räumt THW-Kapitän Patrick Wiencek auf der Homepage der Kieler ein. »Für unsere Ziele sind zwei Punkte in Wetzlar elementar und ganz wichtig«, ergänzt THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi.

»Auch wenn die Statistik nicht unbedingt für uns spricht: Wir wollen am Sonntag von der ersten Minute an mit der Überzeugung auftreten, dort nach 60 Minuten als Sieger vom Feld zu gehen - egal, mit welcher Aufstellung wir antreten können.«

Die HSG-Spieler möchten das Spiel möglichst positiv gestalten, um mit den Zuschauern nach dem Spiel feiern zu können. »Dieses Jahr konnten wir das in eigener Halle nur drei Mal. Die Jungs sind hungrig danach und wir haben uns gut vorbereitet«, meint Camdzic.

Etliche haben noch nie gegen den Rekordmeister gespielt, geschweige denn gewonnen. »Die Jungs haben Lust.« Camdzic weiß darum, dass die HSG in den letzten fünf Spielen drei Mal gegen die Kieler gewonnen hat.

Wetzlar will mit einer stabilen Abwehr den Gegner auf Distanz halten und Gegenstöße vermeiden. »Wir haben unsere zweite Welle in Hannover klarer gestaltet, weniger technische Fehler gemacht. Wir haben unter Druck kühlen Kopf behalten. Das muss uns auch gegen Kiel gelingen«, so der Plan von Camdzic.

Kiel im Dauereinsatz: Erst am Donnerstagabend kam der THW nach dem Auswärtsspiel beim FC Barcelona wieder in Norddeutschland an, nur um sich heute wieder in den Bus Richtung Wetzlar zu schwingen. Die 24:26-Niederlage in der Champions League war bitter, weil der THW die Katalanen trotz seines angeschlagenen Kaders am Rande einer Niederlage hatte.

»Wir haben gegen die stärkste Mannschaft Europas mitgehalten, wenn nicht sogar besser gespielt«, erklärte Wiencek. Dennoch merkt man den Nordlichtern die Belastung an.

Zwar sind Hendrik Pekeler und Sander Sagosen wieder da, aber noch lange nicht auf dem Niveau, wie vor ihren Verletzungen. Die Last müssen andere schultern. Aber das Spiel in Barcelona hat auch gezeigt, dass der THW in solchen Zeiten zusammenrückt und die Mannschaft Charakter zeigt.

Wer kann spielen? Bei Kiel fehlen auf jeden Fall die Langzeitverletzten Sven Ehrig, Eric Johansson und Steffen Weinhold. Ob Miha Zarabec (Wadenzerrung) spielen kann, wird sich wohl erst kurzfristig herausstellen.

Die personelle Situation in Kiel sieht Camdzic nicht unbedingt als Erleichterung. Er macht sich eher darüber Gedanken, welche taktischen Kniffe sein Gegenüber Filip Jicha ob der Personalprobleme aus dem Hut zaubert. Die HSG hat außer Stefan Cavor und Magnus Fredriksen alle Mann an Bord



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