10. Mai 2021, 07:00 Uhr

FC Gießen

FC Gießen: Couragiert, aber glücklos

Es gibt Fußballspiele, die durchaus Züge einer Tragödie haben. So am Samstag in der Fußball-Regionalliga Südwest, als der FC Gießen auf den SSV Ulm traf. Mit einem bitteren Ende für Gießen.
10. Mai 2021, 07:00 Uhr
Hoch ging es her in der Nachspielzeit. Nach dem 2:1 per Foulelfmeter gerät Gießens Spielführer Michael Fink (l.) mit Torschütze Johannes Reichert (verdeckt) und Nicolas Jann (Nr. 21) aneinander. Sacha Heil (2. v. r.) versucht - wie Schiedsrichter Fabian Schneider - die Gemüter zu beruhigen. FOTO: FRIEDRICH

Bittere Niederlage für den FC Gießen in der Fußball-Regionalliga Südwest. Trotz vor allem in der zweiten Halbzeit starken Leistung musste sich die Mannschaft von Trainer Daniyel Cimen dem SSV Ulm mit 1:2 geschlagen geben. Michael Fink hatte die Gastgeber nach 57 Minuten per Kopfball in Führung gebracht, ehe die Donaustädter in den Schlussminuten noch die Partie drehten. Jannik Rochelt traf in der 88. Minute zum 1:1, ehe ein umstrittener Foulelfmeter in der Nachspielzeit, den Johannes Reichert verwandelte, den Gästen gar noch den Sieg bescherte. »Das ist sehr, sehr bitter«, haderte Cimen mit der Pleite angesichts der späten Treffer.

Kleiner Trost am Rande: Trotz der Niederlage hat der FC Gießen den Liga-Erhalt geschafft, denn zeitgleich verlor der FC Bayern Alzenau mit 2:3 beim VfB Stuttgart II und kann damit den FC nicht mehr einholen. Wie groß die Personalmisere bei den Gastgebern war, zeigte der Blick auf den Spielberichtsbogen, denn mit Kamil Tyminski, Antonyos Celik und Ersatzkeeper Tolga Sahin waren die Wechseloptionen für Daniyel Cimen sehr überschaubar.

Die Partie begann so, wie man erwarten durfte. Die Donaustädter, die sich noch geringe Chancen auf die Meisterschaft ausrechnen dürfen, übernahmen die Initiative, die Mittelhessen setzten auf Konter. Einen ersten Schuss für den Gast gab Adrian Beck ab, doch FC-Keeper Frederic Löhe hatte keine Probleme. Auf der Gegenseite ging es beim FC dann schnell, doch Sturmspitze Jonas Arcalean setzte das Spielgerät über das Tor. Der Gast rannte immer wieder an, doch die Defensivarbeit der Hausherren war excellent. Allerdings reagierte Cimen noch vor der Pause das erste Mal: Der unglücklich agierende Zeki Erkilinc musste seinen Platz an Antonyos Celik abtreten.

Richtig interessant wurde Durchgang zwei. Nach einem Foul an Antonyos Celik führte Ali Ibrahimaj den Freistoß schnell aus. Er brachte das Leder in den SSV-Strafraum und fand Kapitän Michael Fink, der per Kopfball das 1:0 markierte. Die Abwehr der Gäste sah dabei alles andere als gut aus. Nun wurden die Mittelhessen mutiger, während der SSV Ulm kaum mehr was bewegte. Nur wenige Minuten nach dem 1:0 war es wieder Ali Ibrahimaj, der mit einer Flanke Nikola Trkulja fand. Dessen Kopfball wehrte SSV-Schlussmann Niclas Heimann gerade noch über die Querlatte. Ein weiterer Freistoß von Ibrahimaj landete bei Marco Boras, dessen Kopfball klatschte an die Querlatte des Ulmer Tores. »Wenn wir das 2:0 und 3:0 machen, dann ist das Spiel gelaufen«, haderte Daniyel Cimen mit den Top-Möglichkeiten. Ulms Trainer Holger Bachthaler reagierte personell weiter, so dass seine Truppe in den letzten Minuten wieder die Oberhand übernahm.

Dazwischen lag noch ein weiterer Kopfball von Michael Fink, der nach einer Ibrahimaj-Ecke das Ziel knapp verfehlte. Auch Andrej Markovic verpasste nach einem feinen Zuspiel von Niclas Mohr einen weiteren Treffer für die Gießener. Fünf Minuten vor dem Ende wechselte Cimen ein weiteres Mal. Der vor allem in der zweiten Halbzeit starke Ali Ibrahimaj ging vom Feld, mit Kamil Tyminski wurde ein Defensivakteur gebracht - der FC Gießen wollte das 1:0 über die Zeit bringen. Der SSV Ulm rannte weiter an. Und dann war einmal Jannik Rochelt frei, der das Spielgerät ansatzlos aus rund 16 Metern sehenswert ins Netz setzte. Frederic Löhe hatte nicht den Hauch einer Chance. Kurz vor dem 1:1 hatte sich auch noch Johannes Hofmann verletzt, so dass Keeper Tolga Sahin zu einem Feldspieleinsatz kam.

Strittiger Strafstoß sorgt für den K.o.

Und dann kam die Nachspielzeit. Ulm wollte den Siegtreffer. Nach einem Foul von Michael Fink an Rochelt entschied der Referee auf Foulspiel - im Strafraum! »Ich hatte was gehört«, hatte auch Cimen hinsichtlich des Foulspiels keine Probleme. Nur damit, wo das Foul begangen worden war. Nach Meinung der Gießener auf jeden Fall vor dem Strafraum, so wie es Fink lautstark gegenüber dem Referee mitteilte. Der sah das aber anders. Gelbe Karte für den Spielführer - und Strafstoß für den Gast. Johannes Reichert verwandelte sicher, anschließend gab es noch verbale Scharmützel, ehe der Referee abpfiff. Die Gießener waren sauer und enttäuscht, die Ulmer feierten. Daniyel Cimen haderte mit dem Strafstoß: »Es war nicht klar, ob er im Strafraum war, das ist das ganz Bittere.«

FC Gießen: Löhe - Mohr, Boras, Fink, Heil, Markovic - Trkulja, Hofmann (ab 88. Sahin), Ibrahimaj (ab 85. Tyminski), Erkilinc (ab 42. Celik) - Arcalean.

SSV Ulm: Heimann - Schmidts, Geyer, Reichert, Heilig - Sapina (ab 81. Gashi), Beck (ab 58. Rühle), Coban (ab 72. Jann), Heußer - Gabriele, Higl (ab 58. Rochelt).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Fabian Schneider (Grafschaft-Gelsdorf). - Zuschauer: keine. - Torfolge: : 1:0 Fink (57.), 1:1 Rochelt (88.), 1:2 Reichert (90.+2). - Gelbe Karten: Trkulja, Fink - Gabriele, Gashi.

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