14. Mai 2021, 07:25 Uhr

RSV Lahn-Dill

Der Saison-Showdown

Die Rollstuhlbasketballer des RSV Lahn-Dill und der Thuringia Bulls kämpfen am Wochenende in Wetzlar um den DM-Titel. Die Thüringer liegen in den Playoffs 1:0 vorne.
14. Mai 2021, 07:25 Uhr
Kapitän Simon Brown (5) hat um zwei Jahre verlängert und greift mit dem RSV Lahn-Dill nach dem DM-Titel. FOTO: DIECKMANN

Auf den frisch gebackenen IWBF-Champions Cup-Sieger RSV Lahn-Dill wartet an diesem Wochenende der letzte Akt einer herausfordernden, außergewöhnlich aber sportlich auch sehr erfolgreichen Saison. In den Spielen zwei und optional drei der »best-of-three« Finalserie um die deutsche Rollstuhlbasketball-Meisterschaft wollen Thomas Böhme & Co. mit zwei Heimsiegen in der Rittal-Arena Wetzlar aus dem 0:1 noch ein 2:1 machen, nachdem Endspielkonkurrent RSB Thuringia Bulls den hoch dramatischen Auftakt vor eine Woche mit 85:79 nach Verlängerung für sich entscheiden konnte.

Duell Nummer zwei am Samstagabend um 19:30 Uhr muss dabei zwingend gewonnen werden, will sich das Team die Chance auf den nationalen Titel erhalten. Gelingt dies, würde es am Sonntag um 16 Uhr an gleicher Stätte zum dritten und dann alles entscheidenden Duell zwischen den beiden großen Rivalen kommen.

Dabei hat die Playoff-Serie bereits im ersten Spiel am vergangenen Samstag das gehalten, was sie im Vorfeld versprochen hatte. Insgesamt 17-mal wechselte die Führung während der 45 Spielminuten zwischen den beiden aktuell besten deutschen und europäischen Teams. Der RSV Lahn-Dill hatte mit der 68:62-Führung dreieinhalb Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit bereits einen dicken Trumpf im Ärmel, konnte diesen aber letztendlich nicht nutzen, auch weil Bulls-Center Aliaksandr Halouski einen Weltklassetag erwischte. Bei einer Trefferquote von knapp 85 Prozent gelangen dem Nationalspieler 30 Punkte, 13 Rebounds und acht Assists.

Größte und wichtigste Aufgabe der Mannschaft von Cheftrainerin Janet Zeltinger und ihres »Co« Günther Mayer besteht am Samstagabend in Spiel zwei daher darin, Halouskis Räume einzuengen. Dies ist die Grundlage für einen Heimsieg gegen die Thüringer, so wie es schon Anfang März in der RBBL-Hauptrunde und im Endspiel der europäischen Königsklasse gelang. Mit dem 1:1-Ausgleich nach Siegen wäre die Finalserie wieder offen und der Erfolgsdruck, der am Samstagabend noch auf dem RSV Lahn-Dill liegt, würde am Sonntag auf den Titelverteidiger aus dem Osten umschwenken. Spiel Nummer drei am Sonntagnachmittag müsste in diesem Fall dann die endgültige Entscheidung im Titelrennen 2021 bringen.

Doch einzig mit der Kontrolle von Topscorer Halouski ist es für den RSV Lahn-Dill noch nicht getan. Mit dem langen Iraner Vahid Gholomazad oder den beiden Nationalspielern André Bienek und Jens Eike Albrecht sowie US-Guard Ian Pierson hat Trainer Michael Engel weitere Faktoren im Kader, die jederzeit zu Schlüsselspielern werden können. Doch Bange machen gilt natürlich für einen frisch gebackenen Sieger der europäischen Königsklassen nicht. Thomas Böhme und Brian Bell bestechen aktuell mit einer Topform, der australische Center Michael Auprince ist von der Bank kommend ein echter Faktor geworden und schließlich steht mit Paralympicssieger Steve Serio ein Mann in Reihen des RSV Lahn-Dill, der auch auf diesem Niveau eine Partie fast im Alleingang entscheiden kann.

Doch der 13-fache Meister aus Wetzlar ist weit mehr als die Summe seiner Einzelakteure, er ist eine Einheit, in der jeder sein Puzzleteil beiträgt. So geschehen beim 82:54-Kantersieg zum Ende der RBBL-Hauptrunde oder beim 71:67-Finaltriumph im Champions Cup Anfang Mai über den gleichen Gegner. Spätestens am Sonntag ist klar, welches der beiden deutschen Ausnahmeteams letztendlich triumphiert hat.

Weltmeister Brown verlängert bis 2023

Weltmeister Simon Brown trägt auch in den kommenden zwei Jahren das Trikot des RSV Lahn-Dill. In dieser Woche verlängerte der britische Nationalspieler seinen Vertrag mit den Mittelhessen bis 2023 und wird damit in seine dritte und vierte Saison mit den Wetzlarer Rollis gehen.

Im Sommer 2019 wechselte Brown vom italienischen Erstligisten Amicacci Giulianova an die Lahn. Nach einer vorzeitig abgebrochenen Corona-Saison 2019/2020 gewann er mit seinem Team erst vor rund zehn Tagen seinen ersten Titel mit dem RSV Lahn-Dill, als sein Team in der Rittal Arena Wetzlar in einem packenden Finale in der europäischen Königsklasse triumphierte. Welch wichtige Rolle der 35-Jährige in der Mannschaft von Cheftrainerin Janet Zeltinger inne hat, verdeutlicht auch die Tatsache, dass er nach nur zwölf Monaten bereits im vergangenen Sommer zusammen mit Teamkollege Thomas Böhme die RSV-Kapitänsbinde von Michael Paye übernahm.

»Simon ist mit seiner Erfahrung, seiner Spielübersicht und seiner individuellen Klasse ein idealer Kapitän und dies auf und abseits des Parketts. Wir dürfen stolz und glücklich sein ihn mindestens zwei weitere Jahre in unseren Reihen zu wissen«, so RSV-Geschäftsführer Andreas Joneck zu der unkomplizierten Vertragsverlängerung mit Weltmeister Simon Brown.

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