17. September 2019, 16:05 Uhr

Basketball-Bundesliga

Wucherer will mindestens einen Platz hoch

Für Gießener ist es immer interessant: Was machen eigentlich die Ehemaligen so? In Würzburg kann man sich gleich über diverse alte Bekannte informieren.
17. September 2019, 16:05 Uhr
Trainer Denis Wucherer möchte die Würzburger Basketballer in dieser Saison in die Playoffs führen. (Foto: dpa)

Gießen 46ers


Die Unterfranken sind in den letzten Jahren zu einem Erzrivalen der Gießener in der Basketball-Bundesliga geworden - ein Duell, dass durch die ehemaligen 46ers-Spieler und -Coach Denis Wucherer noch einmal an zusätzlicher Brisanz gewonnen hat. Was ist dieses Jahr drin für das Team aus der Heimat von Dirk Nowitzki und Maxi Kleber?

Die Lage: In Europa stürmten die Würzburger bis ins Finale des FIBA Europe Cups, unterlagen allerdings Dinamo Sassari. Das sorgte für Freude am Main - und half, die Stimmung nach dem schwachen Saisonstart zu korrigieren. Dass man am Ende noch um die Playoffs mitspielte,war Balsam für die geschundenen Fanseelen, doch dieses Jahr wollen sich die Mainfranken weiterverbessern. Nicht nur, um sportlich weiterzukommen, auch im Hinblick auf den Umzug in die geplante neue Halle müssen die Würzburger für Erfolge sorgen.

Das Team: Die Verantwortlichen in der Residenzstadt analysierten im Frühjahr: Was passt, was passt nicht? Der erfolgreiche Backcourt rund um Scharfschütze Jordan Hulls und die beiden Ex-Gießener Cameron Wells und Skyler Bowlin? Passte. Die lange Garde um Gabe Olaseni, Mike Morrison und Devin Oliver? Passte nicht. Die deutsche Rotation um Toptalent Joshua Obiesie, Energizer Felix Hoffmann und Florian Koch? Passte. So kamen mit Luke Fischer (Gran Canaria/Spanien), der letzte Saison in der Euroleague spielte, und Rookie Brekkott Chapman (Weber State, NCAA) zwei neue große Leute, dazu mit William Sheehey (FC Porto/Portugal) ein Flügelspieler, der sich aber umgehend verletzte und vorerst von Noah Allen (Capital City Go-Go, G-League) vertreten wird. Aus Nürnberg holten die Würzburger zudem noch Nils Haßfurther, der im Sommer die U20-Nationalmannschaft zur Bronzemedaille bei der EM führte. Der Aufbauspieler ersetzt Brad Loesing, der nach Jena in die 2. Liga wechselte. Mit Kresmir Loncar beendete im Sommer ein erfahrener Center seine Karriere, zählt aber an anderer Stelle als Neuzugang: Der 36-Jährige ist seit dem Sommer Sportmanager der Würzburger.

Der Coach: »Platz neun« dürfte zu den Begriffen gehören, die Denis Wucherer nicht mehr hören kann. Zum dritten Mal coachte der 123-fache Nationalspieler in der vergangenen Spielzeit eine Mannschaft durch eine BBL-Saison, zum dritten Mal reichte es gerade eben so nicht für die Playoffs. Anders als in Gießen, war letztes Jahr aber ordentlich Druck dahinter, zwischenzeitlich stand Wucherer kurz davor, geschasst zu werden. In diesem Jahr dürfte dem 46-Jährigen also klar sein: Entweder schließt er endlich besser ab als Platz neun - oder sein Stuhl wackelt.

Stärken und Schwächen: Wie immer werden bei Wucherer zwei Aufbauspieler zeitgleich auf dem Feld stehen, und die kennen sich mehrheitlich: Bowlin, Wells und Hulls, dazu U20-Nationalspieler Haßfurther - die Pointguards sind von außen ebenso brandgefährlich wie als Vorbereiter und Spielgestalter, dazu sind sie eingespielt. Auf den großen Positionen sind die Franken dagegen etwas dünner besetzt: Hinter Luke Fischer und Rookie Chapman steht nur noch Johannes Richter als echter Big Man parat. Gelingt es hier, die lange Garde in Foulprobleme zu bringen, müssen die Würzburger zwangsläufig auf Small Ball umschalten.

Der »Player to watch«: Cameron Wells ist und bleibt das Herzstück der Würzburger. 130 Spiele in der BBL hat der Pointguard inzwischen auf dem Buckel, geht nun in seine fünfte Saison unter Denis Wucherer und gehörte mit 5,7 Assists pro Spiel bereits in der letzten Spielzeit zu den besten Vorlagengebern der Liga. Dennoch hat der 30-Jährige immer noch Raum für Verbesserung: Weniger als zweimal pro Spiel warf er letzte Saison von der Dreierlinie - ähnlich wie in seiner ersten BBL-Saison mit Gießen. Damals verdoppelte er in der darauffolgenden Spielzeit das Wurfvolumen von außen und wurde somit noch gefährlicher. Das könnte auch in dieser Saison blühen.

Die Prognose: »In Denis Wue Trust« - Würzburg glaubt an Denis Wucherer und sein Team. Das zahlt sich aus, erstmals seit 2016 erreichen die Unterfranken das Viertelfinale. Da ist Schluss, trotzdem sind alle happy.

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