14. Mai 2020, 16:00 Uhr

Tischtennis

Vereine stehen vor einer Not-Saison

Lange hat der Sport pausieren müssen. Der Deutsche Tischtennis-Bund hat nun ein Konzept für den Wiedereinstieg erarbeitet. Das hat seine Tücken. Die Vereine stehen vor großen Herausforderungen.
14. Mai 2020, 16:00 Uhr
Das Konzept des Deutschen Tischtennis-Bundes zum Wiedereinstieg steht auf dem Prüfstand. FOTOS: IMAGO/PV

Still ruht der Plastikball. Bereits am 1. April haben die heimischen Tischtennisspieler ihre Saison beendet, Auf- und Abstiege geregelt und jedes Training einstellen müssen. »Turniere, Einzelmeisterschaften oder Ranglistenspiele wird es in diesem Jahr wohl nicht mehr geben«, vermutet Reiner Richardt-Stock, Ressortleiter Jugendsport im Hessischen Tischtennis-Verband (HTTV). Er hofft, dass zumindest bald wieder Serienspiele möglich sind. Denn trainiert werden darf nach den Vorgaben der hessischen Landesregierung nun wieder - vorausgesetzt die Kommunen und Landkreise öffnen ihre Sporthallen.

Auch dafür hat der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) ein zweistufiges Wiedereinstiegskonzept erarbeitet - für eine Sportart, in der sich die Spielpartner am Tisch mindestens 2,74 Meter voneinander entfernt befinden und die somit keine Kontaktsportart ist.

Das Konzept sieht für das Training vor, dass kein Doppel gespielt wird und sich nur wenige, fest eingeteilte Trainingspartner in der Halle aufhalten. Jeder bringt beim Aufschlag seinen eigenen Ball ins Spiel. Bevor das nächste Duo - nach zehnminütiger Durchlüftungspause - in die Halle kommt, muss der Tisch desinfiziert sein. Umkleideräume und Duschen werden nicht genutzt. Die Vereine müssen Zeitpläne erstellen, damit sich möglichst wenig Personen begegnen.

Auf- und Abbau von Tischen und Materialien erfolgt durch fest eingeteilte Personen, die Handschuhe und Mundschutz nutzen. Dort, wo es möglich ist, werden die Tische zum Training im Außengelände der Hallen aufgestellt. Alle genutzten Tische werden räumlich durch Umrandungen voneinander abgetrennt. Es findet kein Training am Ballroboter/Balleimer statt. Ein Anhauchen des Balles und ein Abwischen des Handschweißes am Tisch sind ebenso verboten wie das Shakehands. Trainer im Nachwuchsbereich halten Abstand und tragen einen Mundschutz.

Ein Problem sieht HTTV-Präsident Andreas Hain darin, dass beide Akteure den Ball anfassen müssen. Das könnte mit markierten Bällen, die nur je ein Spieler berührt, gelöst werden: »So könnten wir sogar Verbandsspiele bestreiten.«

Genauer mit dem Thema beschäftigt hat sich Dr. med. Adela Zatecky. Die südhessische Ärztin hat gemeinsam mit Markus Reiter, Ressortleiter Lehrwesen im HTTV, ein Neustartkonzept erarbeitet. Darin nähert sie sich der Ansteckungsgefahr durch den Ball von wissenschaftlicher Seite. Laut Zatecky ist es nicht vorstellbar, dass sich das Virus über die Bälle überträgt.

Für die Wettkämpfe, die regulär Ende August beginnen würden, ist außerdem die Frage der Fahrgemeinschaften zu klären. »Der Trend geht ohnehin zu Vierer-Teams, man könnte diesen Schritt jetzt vorziehen«, schlägt Reiner Richardt-Stock vor. Wobei der Wettkampfablauf (Spieler, Coaching, Mannschaftsbank, Schiedsrichter) so gestaltet werden sollte, dass Abstandsgebot und Hygieneregeln zu jeder Zeit eingehalten werden können.

Was vielen Vereinen fehlt, ist Planungssicherheit. Also ist Herantasten angesagt. »Wir stehen vor einer Not-Saison und werden die Wettspielordnung anpassen und ergänzen müssen«, erwartet Richardt-Stock erst wieder 2021/22 eine »normale« Verbandsrunde.

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