13. Februar 2019, 20:32 Uhr

Schule, Hofgut, Kloster und...

13. Februar 2019, 20:32 Uhr
Vom früheren Kloster in Konradsdorf zeugt noch die Basilika. Welches Potenzial auch das Hofgut und das Schulzentrum haben, ist nun Thema einer Studie. (Archivfoto: geo)

Mit Unterstützung aus dem EU-Leader-Programm soll eine Potenzial- und Machbarkeitsanalyse für den Standort Konradsdorf erstellt werden. Kreisbeigeordneter Matthias Walther hat jetzt einen Förderbescheid über 11 500 Euro übergeben.

Der Standort Konradsdorf in der Gemarkung von Selters wird von drei Hauptakteuren dominiert: dem Schulzentrum, das in den 70er Jahren hier errichtet wurde und mittlerweile einer der größten Schulstandorte in der Wetterau geworden ist, dem Hofgut, die »Hessische Staatsdomäne Konradsdorf«, die zu den größten Biobauernhöfen der Wetterau zählt, und der Klosteranlage, einem ehemaligen Chorfrauenstift der Prämonstratenserinnen aus dem zwölften Jahrhundert.

Bis ins achte Jahrhundert

Die Geschichte der Klosteranlage und ihrer Vorgängerbauten als Wohn- und Verwaltungssitz ist seit dem achten Jahrhundert durch Funde belegt. Das Kloster selbst ging wohl aus einem Burgsitz der Herren von Büdingen hervor. Ausgrabungen am Kirchenbau förderten Turmfundamente einer Burg um 1000 zutage. Das Kloster wurde 1581 aufgehoben. Seine noch vorhandenen Bauwerke – eine Pfeilerbasilika und das »Nonnenhaus« – sind beeindruckende Beispiele für die Baukunst der Romanik in Hessen.

Die Klosteranlage befindet sich auf dem Gelände des Hofguts, das wiederum hauptsächlich aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammt. Die Domäne Konradsdorf liegt zum Niddertal hin völlig frei. Das umliegende Gelände wird landwirtschaftlich genutzt. Die zugehörige Fläche umfasst etwa 475,6 Morgen. Nördlich des Hofes wurde 1819 eine klassizistische Wohnanlage, die »großherzogliche Villa«, errichtet. Nordwestlich davon wurde im Jahr 1974 die Gesamtschule Konradsdorf gegründet, eine additive Gesamtschule mit Förderstufe und gymnasialer Oberstufe. Auch die Erich-Kästner-Schule für Lern- und Erziehungshilfe ist in Konradsdorf untergebracht.

Sowohl die Klosteranlage als auch das Hofgut stehen unter Denkmalschutz. Die Klosterkirche wurde in den vergangenen Jahren häufig für Theateraufführungen des Ortenberger Schauspielers Hans Schwab genutzt, aber auch schon für diverse Projekte von Schülern der Gesamtschule Konradsdorf und für ökumenische Gottesdienste.

Auch touristisch interessant

Sowohl der Vulkanradweg als auch die Bonifatius-Route verlaufen direkt an Konradsdorf vorbei. »Der Standort ist von hoher Bedeutung für die Regionalentwicklung. Deshalb ist es wichtig, dass alle Nutzungen in der Studie berücksichtigt werden«, formuliert Kreisbeigeordneter Walther die Ziele der Machbarkeitsstudie.

In einem ersten Schritt soll der Ist-Zustand festgehalten und fundierte Grundlagen ermittelt werden. Danach werden verschiedene Varianten der Entwicklungsmöglichkeiten für potenzielle Nutzungskonzepte erstellt und untersucht. In einem weiteren Schritt sollen dann Instrumente und Verfahren für die Entwicklung der Schlüsselgebäude aufgezeigt und bewertet werden.

Neben der Erarbeitung individueller Nutzungen der Gebäude des Hofguts sind auch die regional-wirtschaftlichen Effekte zu berücksichtigen. Laut Kreisbeigeordnetem Walther sollen die Ergebnisse der Studie im kommenden Frühjahr vorgestellt werden.

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