02. September 2019, 14:00 Uhr

Für »Herkules«

HR dreht mit Weltmeister auf Ober-Mörler Flugplatz

Als Kind zweier Segelkunstflieger und Fluglehrer ist Moritz Kirchberg quasi auf dem Flugplatz aufgewachsen. Mit zwei Jahren flog er zum ersten Mal und beschloss mit 14, durchzustarten. Heute ist der 21-jährige Luft- und Raumfahrttechnikstudent aus Bad Nauheim zweifacher Weltmeister im Segelkunstflug. Und bald im TV.
02. September 2019, 14:00 Uhr
Martina Kirchberg und HR-Moderator Andreas Gehrke beobachten und kommentieren die Segelkunstflugkür.

Dem Hessischen Rundfunk kam seine Familiengeschichte wie gerufen fürs Heimatmagazin »Herkules«.

Das klingt erst einmal entspannter als es sich für Kunstflug-Greenhorns wie HR-Moderator Andreas Gehrke anfühlte. Einen Hochsommertag verbrachte er am Freitag mit seinem Team um Redakteurin Simone Scharnke auf dem malerischen Flugplatz des Bad Nauheimer Aeroclubs. Während Moritz Kirchberg in seinem Swift S-1 die schönsten Kapriolen an den Himmel malte, kommentierte seine Mutter und Trainerin Martina Kirchberg das Programm, mit dem ihr Sohn bei der WM 2017 Fünfter wurde.

Was vom Boden aus betrachtet schon beeindruckte, sollte sich beim Mitfliegen als Mutprobe für den experimentierfreudigen Redaktionsleiter aus Kassel entpuppen. »Das machen wir gleich zusammen genauso«, grinste Kirchberg. »Dir wird nicht schlecht, das verspreche ich Dir«, versicherte der Pilot und drückte dem Fluggast augenzwinkernd eine Kotztüte in die Hand. »Und wenn, dann hat der Pilot etwas falsch gemacht«, unterstrich Mutter Kirchberg. Sie muss es wissen. Vor 42 Jahren begann die spätere Deutsche Meisterin und mehrfache WM-Teilnehmerin mit dem Segelkunstflug, damals noch als weibliche Pionierin.

Pilot - wie Papa und Opa vor ihm

An diesem Tag auf dem Ober-Mörler Flugplatz konzentrierte sich die Kunstflugtrainerin und -richterin auf die über Generationen gewachsene Leidenschaft fürs Fliegen und auf die Vorbereitung eines jeden Flugs. »Mein Vater und mein Großvater waren schon Piloten«, lächelte Tine Kirchberg, während sie Fotoalben mit kunstvollen historischen Fotos zeigte und Namen wie von Richthofen fielen. Schon als Bub habe ihr Sohn alle Flugzeuge in Klein nachgebaut und die passenden Geräusche erzeugt. »Ich wusste ohne hinzuschauen, welche Flieger er gerade starten lässt.«

Sicherheit habe oberste Priorität, betonte Tine Kirchberg. Der Gast möge sich aber auch im Entspannen und Genießen üben, lud sie den Moderator ein. »Verbinde Dich ganz mit dem Flugzeug und recke beim Kopfüberfliegen auch mal die Arme in die Höhe«. Dass einem schwarz vor Augen werden könne, wenn bis zu 7 G, also das Siebenfache des Eigengewichts, auf den Körper drücken, sei normal. »Das tut aber nicht weh«, wusste ndie Kirchbergs.

Gewissenhaft bereitente schließlich alle zusammen die zweisitzige Fox vor, montierten Minikameras und schoben den Kunstflieger auf die Piste. Auch der Pilot, der sie mit der motorisierten DR 400 in luftige Höhen schleppte, wusste, was er tat. Mit 21 Jahren wurde der Ober-Mörler David Friedrich Weltmeister in der Teamwertung und WM-Zweiter mit seiner unbekannten Pflicht. Seine Flugleidenschaft hat der heute 29-Jährige zum Beruf gemacht. Für DHL tanzt der Pilot aber keine Loopings am Himmel.

Mit welcher Gesichtsfarbe HR-Morderator Gehrke aus dem Segelkunstflieger kletterte, sei nicht verraten. Die »Herkules«-Folge wird im Dezember ausgestrahlt. Unter dem Arbeitstitel »Dem Himmel ganz nah - Hessische Familien im Höhenrausch« werden neben den Kirchbergs auch Drachenbauer, Ballonfahrer und Houserunner vorgestellt.

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