21. Juli 2021, 21:21 Uhr

Citroën-Ente trifft Chevrolet

21. Juli 2021, 21:21 Uhr
Avatar_neutral
Aus der Redaktion
Oldtimer-Besitzer und Oldtimer-Freunde verleihen dem Villa-Gelände für einen Tag ein besonderes Flair. FOTO: PM

Oldtimer an Oldtimer - ein untrügliches Zeichen: Es ist wieder Zeit für »Kult-Blech-Klassiker« auf dem Gelände des hôtel villa raab. Dort reihten sich Cadillacs neben VWs, Citroën-Enten neben Porsches und Chevrolets neben Alfa Romeos oder Aston Martins und Bentleys, die den ganzen Tag über von Liebhabern begutachtet und von Neugierigen bestaunt und fotografiert wurden. Rund 130 wunderbar aufpolierte Schätze lieferten sich ein Wettstrahlen mit der Sonne.

Unter den vielen historischen Gefährten, direkt im Garten unter dem Balkon der Villa geparkt, hatte Stefan Loch seine Heinkel-Trojan-Kabine geparkt. Schon seit Kind ist der heute 56-Jährige aus Homberg-Ohm echter Old- timerfan.

Mit einem Heinkel-Roller ist er immer zu Heinkel-Treffen - dort ist er auf die Trojan-Kabine gestoßen und konnte nicht anders, als sie zu kaufen. 5000 Euro hat er für sie bezahlt, 8000 Euro hat er in die Restaurierung gesteckt. »Würde ich sie verkaufen wollen, würde ich heute bis 20 000 Euro dafür bekommen«, schätzt der Elektrotechniker, der sein Lieblingsstück selbst restauriert hat, auch wenn er nicht vom Fach ist.

Großer Auftritt im Film

Seine »Liebingskabine« hatte auch schon einen Fernsehauftritt in dem in Alsfeld gedrehten Kinder- und Jugendfilm »Die Wolf-Gäng«, der am Samstag während der Open-Air-Kino-Night an der Villa Raab gezeigt wird. Wenn es klappt, werden Stefan Loch und seine Frau Monika dabei sein und ihr Gefährt für die Filmfans präsentieren.

Auch der Oldtimer von Michael Fliegel aus Mücke wird dabei sein, auch er hatte eine kleine Nebenrolle in dem Streifen. Sonntag war Fliegl nicht nur Statist, er interviewte stündliche Besitzer von wahren Karosserie-Schätzen, sodass die Gäste des Tages mehr über die Leidenschaft, die handwerklichen Fähigkeiten und das Leben eines Old- timer-Fahrers erfuhren.

Wie beim ersten Mal auch kamen zum zweiten Event rund um den Mühlgraben nicht nur angemeldete Aussteller, sondern auch spontan Oldtimer-Fahrer vorbei, in der Hoffnung noch einen Platz zu ergattern. Manche hatten Glück und konnten noch kurzfristig mit ihren Fahrzeugen aufs Gelände, andere durften nur noch als Besucher teilnehmen und parkten ihre fahrbaren Schätze in den Nebenstraßen der Altenburger Straße und auf dem Besucherparkplatz gegenüber.

Die Erfahrung hatte bei der Erstauflage auch Bernd »Berni« Schönherr gemacht, als er vor einem Monat von Marburg aus auf gut Glück den Weg nach Alsfeld suchte. Dies sollte ihm nicht nochmal passieren, deshalb meldete er sich und weitere Dutzend Autos von seinem Engländer-Stammtisch frühzeitig an. Um mit ihrer Leidenschaft für britische Autos entsprechend Aufmerksamkeit zu erregen, säumten sie ihre Stellfläche mit englischen Fahnen.

Im Schatten der alten Scheune zeigten professionelle Autokosmetiker ihr Handwerk. Neben dem Alsfelder Karl-Heinz Eweleit hatte dort auch der Schlitzer »Beulen-Doc« seinen Stand aufgebaut. Eine blaue Motorhaube forderte dazu auf, aufgestaute Aggressionen an ihr auszulassen oder auch nur mal zu Demonstrationszwecken den Schläger zu schwingen. Einmal ausgeholt und zugeschlagen hat die Motorhaube eine ordentliche Delle, die Milan Obenhack so lange geschickt bearbeitete, bis nichts mehr vom vorherigen Kraftakt zu sehen war. Auf ihre Kosten kamen alle Besucher, egal ob mit eigenem Mehrzylinder oder zu Fuß. Es wurde gefachsimpelt, gelacht, Kontakte und Wissen ausgetauscht, Snacks genossen und der stilechten Musik gelauscht. »Christian Bergmann und die Nordhessen drei« traten als Johnny-Cash-Cover-Band auf und gerade Sänger Bergmann beeindruckte vor allem mit seiner markanten Bass-Stimme.

Martin Lindenthal war am Ende des langen Tages erschöpft, aber glücklich: »130 Autos und über den Tag verteilt über 500 Gäste, gleichzeitig immer so 400 Gäste auf dem Gelände, das hat meine Erwartungen übertroffen«, so der Romröder. »Wenn man eine Idee hat, kann man sie anstoßen, aber man braucht dafür viel Glück und Mitstreiter, so wie Careen Heiser zum Beispiel, Eventmanagerin vom hôtel villa raab und hôtel schloss romrod. »Ohne sie würde das Ganze nicht so gut funktionieren.«

22. August vormerken

Mit ihren Oldtimern haben sich viele einen lang gehegten, oft schon seit der Jugendzeit bestehenden Traum erfüllt. Wie Stefan Loch, der in der heimischen Garage nicht nur seine Heikel-Trojan-Kabine stehen hat, sondern auch zwei Heinkel-Roller und eine alte Vespa. Mal sehen, welches Gefährt er und seine Frau das nächste Mal nehmen, wenn sie am 22. August ein weiteres Mal beim »Kult-Blech-Klassiker« mitmachen. Dann tritt der ehemalige Alsfelder Julian Kretschmar auf.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos