11. März 2021, 21:52 Uhr

Bürgerlisten im Zeitgeist?

11. März 2021, 21:52 Uhr

Zu einem Austausch zu aktuellen Themen trafen sich kürzlich Vertreter der neuen Wählerlisten Mücker Bürger und der Bürgerliste Feldatal virtuell. Die Idee kam Marco Kratz und Timo Wagner beim lockeren Gespräch.

Auf den ersten Blick sind die beiden Kommunen sehr unterschiedlich. So hat Mücke eine Bahn- und Autobahnanbindung, eine bessere Infrastruktur und schlichtweg 7000 Einwohner mehr als das kleine Feldatal. Aber wie der Austausch zeigte, sind die Handlungsfelder in den Kommunen ähnlich. »Bei uns herrschte eine starke Parteipolitik, die altbacken und überholt ist«, meinte Jennifer Schomber. Genau aus diesem Grund hätten sich beide Bürgerlisten in Feldatal sowie Mücke gegründet, hieß es, um sich den Sachthemen vor Ort zu stellen.

Wie Jörg Schlosser erklärte, begann die Gründungsphase der Mücker Bürger vor fünf Jahren. Damals trat zum ersten Mal die Bürgerliste Nieder-Ohmen zur Ortsbeiratswahl an und kam auf 60 Prozent. »Uns war rasch klar, dass wir nach dem Erfolg in Nieder-Ohmen auch auf Gemeindeebene etwas tun mussten.«

Auf Wahlplakate verzichtet

Eine etwas andere Geschichte führte in Feldatal zur Bürgerliste, die sogleich auch alteingesessene Parteien und Wählergruppen ablöste. »Bei der Bürgerliste Feldatal können alle Interessierten mitmachen, denen Parteipolitik vor Ort egal ist«, fasste Lisa-Marie Schott die Ausrichtung zusammen. Über Mittel oder Geldreserven verfügen beide Bürgerlisten nicht und finanzieren den Wahlkampf aus eigener Tasche. »Es geht nicht um bunte Plakate, sondern um die Sache und die Personen.«

Dies äußerte auch der Ruppertenröder Daniel Pöhland-Block und empfand das »miteinander Reden« als Kernaufgabe in der komplexer werdenden Parteienlandschaft Mückes. Dort treten wiederum fünf Parteien/Wählergruppen zur Gemeindevertretung an. Sogar auf Ortsbeiratsebene gibt es teilweise unterschiedliche Listenvorschläge. Dies sei in Feldatal anders, wo immer nur ein Wahlvorschlag ansteht, berichtet Timo Wagner. Das Aufstellen von Bürgerlisten treffe den Zeitgeist, meinten die Teilnehmer des Gesprächs übereinstimmend.

Was beiden Wählergruppen den Wahlkampf erschwert, ist die Pandemie, weil dadurch wenig Präsenzveranstaltungen möglich sind. »Hier muss man neue Wege gehen und ein paar pfiffige Ideen umsetzen«, sagt Lisa-Marie Schott. So hat die Bürgerliste Feldatal aus Umweltgründen ganz auf Plakate in den Dörfern verzichtet.

Die Kandidaten der Mücker Bürger sowie auch der Bürgerliste Feldatal wollen ihr Netzwerk beibehalten und sich weiter über Sachthemen austauschen.

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