23. September 2020, 21:52 Uhr

Internet

Bewährungsstrafe für Hacker

Er spionierte in seinem Kinderzimmer Daten von Prominenten und Politikern aus. Er hat die Taten gestanden. So konnte das Gericht schnell ein Urteil fällen.
23. September 2020, 21:52 Uhr
Über den Stand des Verfahrens gegen den »Hacker von Homberg« spricht hier Oberstaatsanwalt Benjamin Krause vor dem Alsfelder Amtsgericht. FOTO: JOL

Der Prozess gegen einen jungen Mann aus Homberg wegen eines Online-Angriffs auf über 1000 Prominente und Politiker hat am Mittwoch in Alsfeld ein schnelles Ende gefunden. Der heute 22-Jährige hatte die Taten zu Prozessbeginn in vollem Umfang gestanden und sich dazu geäußert, sagte Oberstaatsanwalt Benjamin Krause von der Frankfurter Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei einer Prozesspause am Alsfelder Amtsgericht.

Der Angeklagte musste sich vor dem Jugendschöffengericht unter anderem wegen des Ausspähens und der Veröffentlichung privater Daten sowie wegen Erpressung verantworten. Der Prozess fand ohne Presse und andere Zuschauer statt, weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt als Jugendlicher beziehungsweise Heranwachsender galt. Das Gericht hatte schon frühzeitig Film-, Ton- und Bildaufnahmen im Gerichtsgebäude untersagt.

Der Prozess war wegen der großen Zahl Betroffener besonders, erklärte Oberstaatsanwalt Benjamin Krause. Nachdem im Vorfeld der Verhandlung von 1000 Opfern die Rede war, ging die Staatsanwaltschaft vor Prozessbeginn von 1500 Geschädigten aus.

Der Angeklagte hatte seinerzeit angegeben, er habe aus Ärger über öffentliche Äußerungen seiner Opfer - darunter Bundestagsabgeordnete, Youtube-Stars, Rapper oder Journalisten - 2015 angefangen, private Daten wie Adressen, Telefon- und Kreditkartennummern zu sammeln. Dabei musste er keine besonderen technischen Fähigkeiten einsetzen. Am Anfang konnte der Angeklagte noch unbemerkt agieren, bis ihm Ermittler auf die Spur kamen.

Schon am ersten Verhandlungstag gab es eine Entscheidung. Das Jugendschöffengericht verurteilte den Angeklagten aus Homberg wegen des Ausspähens von Daten in 73 Fällen, der Vorbereitung in drei Fällen, der Fälschung in sechs Fällen, dem Vortäuschen von Straftaten in drei Fällen sowie falscher Verdächtigung, Datenhehlerei sowie Verstoß gegen das Datenschutzgesetz sowie versuchter Erpressung zu neun Monaten Jugendstrafe. Die Strafe wird für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist rechtskräftig.

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