05. August 2020, 21:25 Uhr

Kreiseigenes Testcenter öffnet

05. August 2020, 21:25 Uhr
Von einem externen Dienstleister wird ein Corona-Testcenter in Alsfeld eingerichtet. Dort werden alle vom Gesundheitsamt angeordneten Tests durchgeführt. SYMBOLFOTO: DPA

Seit der Schließung des Corona-Testcenters der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Alsfeld wurden seit dem 29. Juni Corona-Tests an den Krankenhäusern in Alsfeld und Lauterbach vorgenommen.

»Die Entwicklungen der vergangenen Wochen haben gezeigt, dass sich die Infektionszahlen in der Corona-Pandemie schnell ändern können und das Pandemiegeschehen nicht an den Kreisgrenzen des Vogelsbergs Halt macht«, sagt Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Jens Mischak. »Um flexibel bei sich ändernden Infektionslagen agieren zu können, hat die Kreisspitze in enger Abstimmung mit den beteiligten Krankenhäusern entschieden, ein vom Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises eingerichtetes Corona-Testcenter zu eröffnen«.

Von einem externen Dienstleister werden am Testcenter in Alsfeld von nun an alle vom Gesundheitsamt angeordneten Tests durchgeführt.

Für die Zusammenarbeit mit dem Kreiskrankenhaus in Alsfeld und dem Eichhof-Krankenhaus in Lauterbach zieht der Erste Kreisbeigeordnete eine positive Bilanz.

»Innerhalb kürzester Zeit konnte mit den Häusern eine tragfähige Lösung erarbeitet werden.« Reiserückkehrer haben nun seit dem 1. August das Recht, sich nach Rückkehr aus dem Ausland und aus inländischen Risikogebieten auch beim Hausarzt auf das Coronavirus testen zu lassen. Diese Entscheidung hat das Bundesgesundheitsministerium auf den Weg gebracht. Die Abstriche sollen durch niedergelassene Ärzte und die Abstrich-Center der Kassenärztlichen Vereinigungen vorgenommen werden. »Diese Vorgabe ist für mich nicht nachvollziehbar, es handelt sich ja nicht um Patienten, sondern um symptomfreie Personen«, das meint Michael Buff, Hausarzt aus dem Vogelsberg. »Aber um politische Entscheidungen müssen sich Menschen kümmern, die sich mit so etwas auskennen«.

Neben dem normalen Praxisbetrieb zusätzlich auch noch diese Tests durchzuführen, stoße an die Grenzen und sei teilweise praktisch einfach nicht umsetzbar, hatte Buff schon vor Tagen im Gespräch mit dieser Zeitung beklagt. Dafür gebe es beispielsweise in seiner Praxis nicht die notwenigen Vorrichtungen. Als schwierig erachtete er es aber auch, Patienten in solchen Fällen einfach an die Krankenhäuser zu verweisen.

Auch bestehe für niedergelassene Ärzte keine Verpflichtung, diese Tests anzubieten, betont Buff. Die nächsten Testzentren der KV Hessen befinden sich in Marburg, Gießen und Fulda.« Diese Problematik sei auch dem Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises bewusst. Gesundheitsdezernent Mischak sagte, er teile die Sorgen der Hausärzte: »Aus diesem Grund wurde mit einem kreiseigenen Testcenter eine praktikable Lösung auf den Weg gebracht. Denn neben den Hausarztpraxen und den Abstrichcentern der KV Hessen steht Reiserückkehrern auch die Möglichkeit zur Verfügung, sich über das Gesundheitsamt testen zu lassen.« Reiserückkehrer aus dem Ausland und aus deutschen Risikogebieten gemäß Robert-Koch-Institut (RKI) haben Anspruch auf einen Test. Reiserückkehrer, deren Hausarztpraxis keinen Test durchführt, können sich an das Gesundheitsamt wenden.

Wenn sich Reiserückkehrer über niedergelassene Hausärzte testen lassen wollen, müssen sie sich auch dort telefonisch anmelden, bevor die Hausarztpraxis einen Test durchführt. Ob die eigene Hausarztpraxis Tests anbietet, können Betroffene dort erfragen. Alle Einreisenden haben Anspruch auf diesen Test, sofern er innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise erfolgt. Ein vorheriger Auslandsaufenthalt muss zum Beispiel durch einen Boarding-Pass, ein Ticket oder eine Hotelrechnung nachgewiesen werden.

Personen ohne Krankheitszeichen, die mit positiv Getesteten einen mindestens 15-minütigen persönlichen Kontakt hatten oder im selben Haushalt leben, können sich über das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises testen lassen. Auch wenn die Corona-Warn-App eine Risikomeldung anzeigt, ist ein Test über die Behörde möglich. Nach telefonischer Voranmeldung beauftragt das Gesundheitsamt den Test in einem Testzentrum oder einer Schwerpunktpraxis.

Wohin mit Symptomen?

Personen mit Krankheitszeichen wie beispielsweise starker Erkältung, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber sowie Geschmacks- und Geruchsverlust können sich nach telefonischer Voranmeldung über niedergelassene Hausärzte testen lassen. Außerdem ist eine Vermittlung über den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 möglich. Dieser vermittelt dann einen entsprechenden Test.

»Sollten die Infektionszahlen wieder steigen, haben wir in Alsfeld die Kapazitäten, um zu reagieren. Dort können umfangreiche Tests durchgeführt werden«, stellt Dr. Mischak klar.

Für einen Test über das Gesundheitsamt ist eine telefonische Voranmeldung unter der Corona-Hotline des Gesundheitsamtes 0 66 41/9 77-1 89 nötig. Das Gesundheitsamt beauftragt den Test in einem Testzentrum oder einer Schwerpunktpraxis.

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