02. August 2019, 21:02 Uhr

Mehr Regionalität in die Altenpflege

02. August 2019, 21:02 Uhr
Die SPD-Vertreter vor dem Seniorenheim in Kirtorf. Die Einrichtung feiert in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen und verfügt nach einer Erweiterung im Jahr 2015 über 79 Pflegeplätze und beschäftigt rund 80 Angestellte. (Foto: pm)

Jüngst setzte die Vogelsberger SPD ihre kreisweite Besuchsreihe fort und informierte sich in Kirtorf über das Alten- und Pflegeheim »Haus am Gleenbach«. Die Einrichtung, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiern kann, verfügt nach einer Erweiterung im Jahr 2015 über 79 Pflegeplätze und beschäftigt rund 80 Angestellte.

Beim gemeinsamen Rundgang durch das Haus machte die Heimleiterin Carola Braika deutlich, dass man einen Schwerpunkt auf eine familiäre Umgebung und einen regionalen Bezug lege. »Wir setzen bewusst Pflegekräfte auch in der Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner ein, denn besser betreute Menschen brauchen weniger Pflege. Zudem möchten wir Teil der Region sein, aus der viele unserer Bewohner und Mitarbeiter kommen.

Nicht mit Pflegediensten konkurrieren

Deswegen kaufe man soweit es möglich ist, in lokalen Geschäften ein und verzichte bewusst darauf, mit bereits bestehenden Angeboten wie beispielsweise einem ambulanten Pflegedienst oder einer Tagespflege zu konkurrieren, erklärte Braika.

Beeindruckt zeigten sich die Fraktions- und Vorstandsmitglieder der Kreis-SPD bei ihrem Rundgang vom vielfältigen Leistungsspektrum der Einrichtung. Dies reicht von einer umfassenden medizinischen Versorgung über Angebote für Demenzkranke bis hin zu einem breiten Freizeit- und Beschäftigungsangebot für die Bewohner, welches auch durch ehrenamtlich Aktive gestaltet wird.

»Gerade Einrichtungen wie das Haus am Gleenbach, die nicht Teil einer anonymen, nur auf Gewinn ausgelegten Kette von Altenheimen sind, leisten einen wichtigen Beitrag für die soziale Infrastruktur im Vogelsberg. Sie ermöglichen es älteren und pflegebedürftigen Bürgern, weiter nahe ihrer Heimat und ihres familiären Umfelds leben zu können«, betonte der Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Matthias Weitzel.

Auch aus Sicht des Kirtorfer Bürgermeisters Andreas Fey, kommt dem Aspekt der Regionalität im Bereich der Altenpflege eine große Bedeutung zu. »Das Haus am Gleenbach ist ein Haus für die Bevölkerung und ein Vorzeigeprojekt.« Zunehmend schwierig gestalte sich für die Einrichtung die Suche nach Pflegefachkräften, obwohl man sehr aktiv im Bereich der Berufsausbildung sei. Aus Sicht des Vorsitzenden der SPD, Patrick Krug, stellt sich dieses Problem mittlerweile in vielen Pflegeeinrichtungen. »Der Fachkräftemangel im Bereich der Pflege ist kein spezifisches Problem, was nur einzelne Alten- und Pflegeheime betrifft, sondern er ist nahezu überall zu spüren. Deswegen wird es einzelnen Heimen auch kaum gelingen, das Problem alleine zu lösen. Eine engere Zusammenarbeit aller im Bereich der Pflege tätigen ist deshalb auch auf lokaler Ebene sinnvoll. Es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken, wie kreisweit über die bestehenden Angebote hinaus sinnvolle Möglichkeiten geschaffen werden können, die im Bereich der Pflege handelnden Akteure besser miteinander zu vernetzen«, nahm Krug als Anregung aus dem Besuch mit.

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