19. August 2019, 21:38 Uhr

Synchron verkopft

19. August 2019, 21:38 Uhr

Mit der Ausstellungsreihe »Synchron« stellt sich der 2018 gegründete BBK Marburg-Mittelhessen erstmals der Öffentlichkeit vor. Auch Gießen ist einer der Veranstaltungsorte. Hier ist in der Galerie im Unteren Hardthof die Ausstellung »Verkopft« zu sehen, die Arbeiten von sieben Künstlerinnen zeigt. Allesamt zeigen sie dem Titel entsprechend Köpfe und Porträts, doch weil die Arbeitsweise und Interpretation der Malerinnen und Bildhauerinnen so unterschiedlich ist, ist die Schau von einer reinen Köpfepromenade weit entfernt. Es geht schließlich nicht nur um den Kopf an sich, sondern auch um das, was sich darin tut.

Am Freitag war Vernissage und zur Gitarrenmusik von Liona Corona konnten sich die Besucher einen Eindruck von den Werken verschaffen - und natürlich auch das ein oder andere Werk erwerben. Rainer Gläsel vom Hardthofverein begrüßte die Gäste, Sabine Schock, selbst eine der Ausstellenden, führte in die Schau ein und stellte die Künstlerinnen vor. Eine Klangperformance von iXa Calangcunst gab es außerdem noch zur Eröffnung.

Porträt aus Plastikkleinteilen

Die Palette des Gezeigten reicht von Lost-and-found-Art von Cornelia Altmüller, die mit ihrer Installation nicht nur das »Kopfkarussel« in Gang setzt, sondern auch mit Tassen als Brüste an einer Büste das »Kopfkino« einschaltet, bis zu Cyanotopien von Renate Brühl, die in ihrer Blaufärbung Themen wie »Schicksal« oder »Zweisam« aufgreifen. Um innere Dialoge geht es in den Bildern von Sigrun Bennemann, die fast schon martialische »Janusköpfe« in Acryl auf Papier gebracht hat. »Keckheit« oder »Traurigkeit« drücken die vierteiligen Acrylporträts eines jungen Mannes von Sabine Schock aus. Ihr großes Porträt mit »Schmollmund« erinnert nicht nur an »Woodstock«, sondern ist auch eines der prägenden Bilder der Schau. Christa Flick verarbeitet in ihren Bildern, auch schon mal mit Moorlauge und Eitempera gemalt, Begegnungen mit anderen Menschen. In ihren anderen Arbeiten geht es um die Themen Migration und Umweltzerstörung. Gerda Wahas fast mannhohe Installation von aufeinandergestapelten »Zeit«-Ausgaben trägt den ironischen Titel »Gesammelte Zeit«, schließlich steckt auch hinter diesen Zeitungen immer ein kluger Kopf. Gisela Wagners »Frau« als Kohle- und Tintezeichnung auf Papier ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch im auf den ersten Blick unscheinbareren Bild eine faszinierende Kraft liegen kann. Für Staunen bei vielen Besuchern der Vernissage sorgte schließlich Cornelia Altemüller mit ihrer grellbunten »Kopfplastik« am Treppenaufgang. Das Porträt besteht aus alten Knöpfen und Plastikkleinteilen, die man wohl in vielen Haushalten in »Kruschschubladen« findet, die hier aber ein begeisterndes Porträt eines Mannes ergeben.

Ausstellungen in Mittelhessen

Die Ausstellung im Unteren Hardthof kann noch besichtigt werden von Freitag, 23. August bis Sonntag, 25. August sowie am Wochenende 30. August bis 1. September, jeweils von 15 bis 18 Uhr.

Wer mehr über die anderen Ausstellungen des Berufsverbandes Bildender Künstler Mittelhessen in seiner Reihe »Synchron« erfahren möchte, dem sei der Blick auf www.bbk-marburg.de ausstellungen/ empfohlen. Zu sehen gibt es Kunst in Marburg, Wetzlar, Gladenbach-Weidenhausen, Lahntal-Sterzhausen, Fronhausen und auf dem Hofgut Friedelhausen (8. September, 12 bis 18 Uhr).

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