21. Dezember 2018, 21:56 Uhr

Mehr Fälle von häuslicher Gewalt

21. Dezember 2018, 21:56 Uhr
Die Gewalt in Familien und Partnerschaften nimmt zu. (Symbolfoto: dpa)

Die Fälle von häuslicher Gewalt, bei denen in Gießen vornehmlich Frauen und/oder Kinder von Männern angegriffen wurden, scheint zu steigen. Beim städtischen Jugendamt gab es vor drei Jahren 35 solcher Meldungen, in den Jahren 2016 und 2017 stieg die Zahl auf 67 und 78 Fälle. Die Zahl der tatsächlich gemeldeten Gewalttaten im häuslichen Umfeld dürfte aber deutlich höher liegen, weil sich die Opfer nach Einschätzung des Magistrats der Stadt in vielen Fällen direkt an Schutz- und Hilfeeinrichtungen wie das Frauenhaus, die Oase oder den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und nicht an städtische Stellen wenden.

Dies teilte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) am Donnerstagabend im Stadtparlament auf Anfrage des FDP-Fraktionsvorsitzenden Klaus Dieter Greilich mit. Greilich hatte unter Bezugnahme auf aktuelle Zahlen des Bundesfamilienministeriums nach der Situation in Gießen gefragt. Laut Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hatte es Jahr 2017 fast 114 000 Fälle von häuslicher Gewalt gegeben, fast 150 Frauen sind von ihren Ehemännern, von Lebensgefährten oder Ex-Partnern getötet worden.

Laut Grabe-Bolz lag die Zahl der Fälle in Hessen in 2017 bei 8538, im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen bei 1372 und im Kreis Gießen bei 318. Grundlage dieser Zahlen ist die polizeiliche Kriminalstatistik.

Was städtische Stellen betrifft, ist neben dem Jugendamt das Büro für Frauen und Gleichstellung eine Anlaufstelle, aber die Meldungen sind hier deutlich weniger als im Jugendamt. In den drei Jahren 2015, 2016 und 2017 waren es zweimal sechs und einmal sieben Fälle. Beim Ordnungsamt würden, wenn überhaupt, eher Familien vorstellig, die zum Beispiel durch einen Brand ihre Wohnung verloren haben oder in denen eine psychische Notsituation eingetreten ist. In solchen Fällen können Betroffene laut OB von der Stadt für längstens drei Monate in einer Pension oder Ferienwohnung untergebracht werden, über eine Adresskiste verfüge das Ordnungsamt.

Die Zahl der Unterbringungsplätze bei den bekannten Hilfs- und Schutzeinrichtungen Frauenhaus, Oase und SkF gibt Grabe-Bolz mit zusammen 24 an. »Der genaue Bedarf schwankt, aber die Schutz- und Hilfeeinrichtungen gehen von einem höheren Bedarf aus«, erklärt die OB.

Sollte sich für die Stadt Gießen eine Möglichkeit ergeben, vom auf Bundesebene installierten »runden Tisch gegen häusliche Gewalt« zu profitieren, würde sich Gießen gewiss beteiligen. Unabhängig davon sieht Grabe-Bolz Bund, Länder und Kommunen in der Pflicht, mehr Unterbringungsplätze für die Opfer häuslicher Gewalt zu schaffen.

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