17. Mai 2019, 21:48 Uhr

Dolles Dornholzhausen

17. Mai 2019, 21:48 Uhr
Im Café Eselsohr werden nicht nur Bücher getauscht, sondern sich auch getroffen. Kameramann Marcus Bär hält es im Bilde fest. Kleines Foto: Der Esel am Ortseingang wird herbstlich dekoriert.

Weit über 200 Dornholzhäuser stehen vor der Kirche, winken in die Kamera, stimmen das Lied vom kleinen Eselchen ein. Keiner von ihnen hätte wohl 24 Stunden zuvor gedacht, dass er hier am Freitagnachmittag stehen oder gar singen würde. Doch wenn der Hessische Rundfunk seine Reporter für das »Dolle Dorf« losschickt, dann ist meist der ganze Ort auf den Beinen.

Reporterin Nora Enns hatte am Donnerstagabend den Langgönser Ortsteil aus der Lostrommel gezogen. Rund zwei Stunden später wurde das Kamerateam im Bürgerhaus von weit über hundert Dornholzhäusern begrüßt. Gemeinsam wurde der Drehplan aufgestellt. Enns verspricht Sonnenschein für den Drehtag.

Erste Station am Freitagmorgen - im Nieselregen - der Esel am Ortseingang von Niederkleen kommend. Zur 1200-Jahrfeier des Dorfes hatte man die Tierstatuen an vielen Stellen aufgestellt. Doch dieser hier ist ein besonderes: Bis zu siebenmal pro Jahr wird er neu eingekleidet, mal weihnachtlich, mal österlich, mal als Fan der deutschen Fußballmannschaft.

Um die verschiedenen Outfits dem Kamerateam präsentieren zu können, war einiger Einsatz gefragt: »Meine Mutter und die Nachbarin sind gestern Abend noch im Schlafanzug in die Garage, um das alles herauszusuchen«, berichtet Danica Loh. Irene Jakobi hat gar über Nacht eigens einen Schal für den Esel mit dem HR-Logo bestickt. Reporterin Enns ist beeindruckt: »Eigentlich müsste man das Ganze zeigen, was hinter so einem Film steht.«

Christel Loh und Adelheid Braun beobachten zusammen mit weiteren Dornholzhäusern die Dreharbeiten. »Ab dem Moment, wo die Trommel gedreht wurde, war Black-out«, sagt Braun. Sie findet es gut, dass das Leben in ihrem Ort - besonders der Nachwuchs - nun auch mal ins Fernsehen kommt: »Es ist schön, dass die jungen Leute so engagiert sind.« Loh kennt das Eselchen gut: »Ich sitze hier gerne abends auf dem Bänkchen am Esel.«

Oswald Schieferstein erklärt dem Fernsehteam, wie der Ort zu seinem Uznamen Esel kam: Nachdem 1814 rund 20 000 Russen vor Dornholzhausen lagen und endlich abgezogen waren, wollte das Dorf eine Kirmes feiern. Doch das Heer hatte alles aufgegessen - lediglich ein Esel sei noch übrig gewesen. Diesen habe man daraufhin kurzerhand zur Kirmes serviert

Mit dem Namen Esel kann man Dornholzhäuser übrigens nicht ärgern: »Wir sind stolz darauf, Esel zu sein«, sagt Christel Loh. Der Chor hat sich gar in Anlehnung an den Uznamen »Donkeys« genannt. Übrigens: Einen echten Esel gibt es im Ort derzeit nicht. »Da müsste man doch eigentlich einen Gemeinde-Esel beantragen«, scherzt einer der Anwesenden. Der neue Bürgermeister Marius Reusch - ebenfalls Zaungast der Dreharbeiten - grinst.

Nächste Station ist das Café Eselsohr. Während draußen der Regen aufhört, kommen hier Jung und Alt zusammen, tauschen Bücher, trinken gemeinsam Kaffee. Ein echter Treffpunkt des Dorflebens.

Hellseherische Fähigkeiten scheint der KAP-Theaterverein Dornholzhausen zu haben. Derzeit studiert er ein Stück ein, welches im Herbst aufgeführt werden soll. Die Handlung: Ein Fernsehteam kommt in den 20er Jahren ins Dorf und sorgt für einigen Trubel. Ob nun die Rollen des Kameramann Marcus Bär, Tontechniker Alexander Berschadski und Lichtmann Thomas Quetsch hier noch hineingeschrieben werden?

Dornholzhausen hat dieses Jahr einiges zu feiern: 100 Jahre TV, 90 Jahre Gesangverein, 40 Jahre NABU, 85 Jahre Feuerwehr. Diese hohe Zahl an Jubiläen findet auch ihren Weg in den Fernsehbericht

Zum Abschlussfoto - bei Sonnenschein - ist schließlich das halbe Dorf auf den Beinen. Jetzt steigt die Spannung, wie der Fernsehbericht aussieht: Er ist am heutigen Samstagabend um 19.30 Uhr in der Hessenschau zu sehen.

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