11. Oktober 2019, 22:26 Uhr

Das verschwundene Dorf und die Inspiration für einen Krimi

11. Oktober 2019, 22:26 Uhr

Im Wald zwischen Langsdorf, Nonnenroth, Lich und Nieder-Bessingen liegt versteckt eine Wüstung - ein untergegangener Ort. Von Hausen ist nur noch das Fundament der Kirche übrig geblieben, und dies auch nur, weil es von Heimatforschern 1969 ausgegraben und instand gesetzt wurde.

So ein Ort bietet sich als Kulisse für einen Krimi geradezu an. Diesen Gedanken hatte auch Henrich Dörmer - und lässt hier sein neues Werk »Wüstes Hausen« spielen. Die Premierenlesung ist am Samstag, dem 26. Oktober, um 19 Uhr in der Gaststätte »Alt Lich«.

Einmal mehr übernimmt, wie auch in den ersten drei Romanen, Kriminaloberkommissar Martin Benedikt Cervinus die Ermittlungen. Zusammen mit dem schrulligen Rüddingshäuser Gerichtsmediziner Ernst Wiesenholder und dem Bettenhäuser Polizeiobermeister Egon Hirschmann stürzt er sich in die Ermittlungen.

Die eigentliche Romanhandlung spielt sich aber im Mittelalter ab: An einem Morgen des Jahres 1420 erwacht der junge Mönch Martinus am Ufer der Wetter mit einer Platzwunde am Kopf. Neben ihm liegt die Leiche eines Priesters. Es handelt sich um den Pfarrer des Dorfes Hausen. Schnell fällt der Verdacht auf den Arnsburger Zisterzienser.

Um beim bald angesetzten Gerichtsverfahren unter der Häuser Gerichtslinde (die tatsächlich bis 1854 den Angeklagten unter ihr zumindest Schatten spendete) den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, sieht sich Martinus gezwungen, den Fall selbst aufzuklären. Fraglich bleibt, was Endres von Rudingeshusen, der schon am Tag nach dem Todesfall auftretende und recht eigenartig wirkende Nachfolger des Hausener Pfarrers, mit dessen Ableben zu tun hat.

Die Ermittlungen führen den jungen Mönch in das historische und im 15. Jahrhundert aufgegebene Dorf Hausen, zu den Arnsburger Außenstellen in Eberstadt und Lich, aber auch nach Braunfels, zum damaligen Augustinerinnen-Kloster auf dem Wirberg und nach Nieder-Bessingen.

600 Jahre später wird Oberkommissar Cervinus zu einem Knochenfund in den Wetterwiesen gerufen, in unmittelbarer Nähe zu der Kirchenruine. Das mittelalterliche Skelett ist bemerkenswert gut erhalten. Grund genug für Cervinus, gemeinsam mit Professor Wiesenholder die Ermittlungen aufzunehmen. Denn Mord verjährt bekanntlich nie.

»Die Ruine von Hausen hat mich beeindruckt«, erklärt Dörmer, wie sich die Handlung rund um die Wüstung entspann. 1420 war für die Licher Region eine bewegte Zeit, sagt er weiter. »Die Solmser Grafen hatten gerade die Nachfolge der Falkensteiner in den Licher Landen angetreten. Die beiden Solmser Brüder Johann und Bernhard stritten sich wohl tatsächlich rund 18 Jahre lang um die Erbaufteilung des sogenannten Falkensteiner Drittels. Zusätzlich sorgten schon jahrzehntelange Zwistigkeiten zwischen dem Licher Marienstift, den gräflichen Landesherren, dem Zisterzienserkloster Arnsburg und dem Stift »Zur lieben Frau« zu Wetzlar für Spannungen.« Hausen war damals übrigens eine eigenständige Gemeinde. (pm/Foto: pm)

»Wüstes Hausen« ist im Verlag BoD erschienen und für 12,90 Euro, als E-Book für 5,99 erhältlich. ISBN-Nr: 978-3-7481-9218-3,

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