04. September 2017, 20:29 Uhr

Bäcker will nicht zurück ins Kloster

04. September 2017, 20:29 Uhr
Katholische Mönche und protestantische Bauern geraten in Streit. (Foto: con)

Ein Streit zwischen Klosterbrüdern und Dorfbewohnern sowie ein Mönch, der nicht in der Küche arbeiten will – das ist die Ausgangslage des Historischen Spiels von Gerhard Pappe, dass bereits zum historischen Markt in Lich uraufgeführt wurde. Am Sonntag wurde es nun zum zweiten Mal – nun direkt am Ort der Handlung – in Eberstadt aufgeführt. Der Grund: Der alte Pfaffenhof, der heute von den Eberstädtern Herrenhaus genannt wird und auch seine Bedeutung im Theaterstück hat, ist in diesem Jahr 300 Jahre alt geworden.

Rund 175 Jahre nach der Reformation begann ein jahrzehntelanger Streit zwischen den Mönchen im Kloster-Arnsburg und den Eberstädter Bauern. Arnsburg war ein selbstständiges Kloster mit eigener Rechtshoheit, der Abt war sozusagen »Landesherr«. Im Dreißigjährigen Krieg hatte das Kloster schwer zu leiden, war besetzt und zum Teil auch zerstört worden. Seine Selbstständigkeit konnte es aber bewahren – jedoch mitten im solmsischen Land, also auf evangelischem Gebiet. Nach Ende des Krieges waren die Äbte bestrebt, es wieder zu bedeutungsvoller Größe zu entwickeln. Die Klosterhöfe, die zu seiner Versorgung und dem wirtschaftlichen Ertrag dienen sollten, befanden sich jedoch in den umliegenden Dörfern, auch in der Stadt Lich, also alle auf solmsischem Territorium.

Diebstähle, Übergriffe und Schäden auf Äckern und Wiesen waren die Regel, bis der Klosterabt den Kurfürsten aus Mainz um Hilfe bat. Dieser setzte einige Bauern gefangen, um dem Kloster beizustehen – die Ausgangslage des Stücks. Ein weiterer Punkt für Zwist war der klösterliche Hofherr in Eberstadt: Der Mönch Johann Beck sollte aufgrund seines Alters nach jahrelangem Dienst auf dem Klosterhof in Eberstadt als Backmeister ins Kloster zurückkehren – das wollte er jedoch nicht und erhielt dabei über die Konfessionsgrenzen hinweg die Unterstützung der Bauern. Erst nach mehrfachen Vermittlungen können die Probleme schließlich beruhigt, wenn auch nicht gänzlich gelöst werden: Die gefangenen Bauern werden nach der Intervention des Landgrafen von Hessen-Kassel wieder freigelassen und der Mönch darf weiterhin im Dorf leben.

Am Ende des Theaterstückes suchen Bauern und Mönche nach versöhnlichen Worten, um ein friedliches Auskommen miteinander zu finden.

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