25. Juni 2021, 21:38 Uhr

Lübcke-Ausschuss:

War Täter Ernst nur ein Mitläufer?

25. Juni 2021, 21:38 Uhr
Avatar_neutral
Von DPA

Wiesbaden - Für den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ist Stephan Ernst verurteilt worden. War er ein Einzeltäter? Oder nur ein Mitläufer? Das ist eine der zentralen Fragen, die der Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags klären will.

Es habe in Kassel andere »Größen« als den verurteilten Stephan Ernst gegeben, die junge Leute um sich geschart hätten, erklärte der frühere Polizeibeamte Karl-Ulrich Lenz am Freitag im Untersuchungsausschuss. Lenz hatte bis zu seiner Pensionierung 2015 für den Polizeilichen Staatsschutz im Polizeipräsidium Nordhessen gearbeitet. Dass Ernst zu einem Mord fähig sei, habe er ihm nicht zugetraut.

Lenz berichtete zudem, dass er die Zusammenarbeit mit dem damaligen Verfassungsschützer Andreas Temme abgelehnt habe. Er habe keinen Draht zu ihm entwickelt. Temme war vor Ort, als das NSU-Opfer Halit Yozgat 2006 in Kassel umgebracht wurde - nach eigener Aussage aus privaten Gründen. Zudem war er als Verfassungsschützer dienstlich mit Stephan Ernst befasst.

Frank-Ulrich Fehling, ehemaliger Leiter der Außenstelle Kassel beim Landesamt für Verfassungsschutz, konnte sich in seiner Befragung nur vage an Ernst erinnern. Er sei ihm als »relativ frecher junger Mann« geschildert worden, der zu Schlägereien neige.

Die nächste Sitzung ist für den 3. September geplant. dpa



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos