13. April 2020, 21:46 Uhr

Eingeschränkte Osterfreude

13. April 2020, 21:46 Uhr
Wegen der Corona-Krise finden erstmals seit Jahrzehnten keine Ostermärsche der Friedensbewegung statt. Ein Friedensaktivist wird von Polizisten aufgrund des Versammlungsverbotes vom Frankfurter Römerberg weggeschickt. FOTO: DPA

Wiesbaden/Frankfurt - Das Osterwochenende galt als Prüfstein für die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie. Die meisten Menschen hielten sich an die Regeln, die die Ausbreitung des Virus verlangsamen sollen. Dennoch stieg die Zahl der Infizierten weiter. Am heutigen Dienstag informiert sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn über die Lage in Hessen. Die Zahl der in Hessen bestätigten Fälle stieg am Montag auf 6093.

Ministerbesuch: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nimmt heute am Treffen des Kabinettsausschuss Corona in Hessen teil. Anschließend spricht er über seine Erwartungen an das Gespräch mit der Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Länder zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise. Dabei wird Spahn nach Angaben der Staatskanzlei auch seine Vorstellungen für Hessen äußern. Bereits am Morgen besucht Spahn mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) das Uniklinikum Gießen und Marburg. Dort sind Gespräche mit Medizinstudenten, Ärzten und Pflegepersonal über die derzeitige Lage im Gesundheitswesen geplant.

Kontaktbeschränkungen: Keine großen Feste oder Ansammlungen: Die meisten Menschen in Hessen hielten sich trotz frühlingshaften Wetters während des Osterwochenendes an die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Krise. Die Polizeidirektionen im Land meldeten am Nachmittag alle keine größeren Verstöße. »Der Großteil verhält sich absolut vorbildlich«, sagte ein Polizeisprecher in Kassel. Natürlich gebe es permanent Anrufe, größere Sachen seien aber nicht dabei, hieß es in Darmstadt. Auch in Wiesbaden meldeten die Beamten immer wieder Hinweise, es sei aber »alles ruhig«. Von einem »vorbildlichen Verhalten der meisten Menschen auch in Parks« sprach der Leiter des Ordnungsamtes Hanau. »Wir sind sehr zufrieden«, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Polizei am Ostermontag und nahm »ein paar Vorfälle« ausdrücklich aus dieser Bilanz aus. Gemeint war unter anderem eine Kontrolle vom Freitagabend, als zunächst ein großer Stein auf ein Polizeiauto geworfen wurde und später eine zweite Streife von 20 Menschen attackiert worden war.

Mut und Hoffnung: Hohe Kirchenvertreter haben in der Corona-Krise den Gläubigen in Hessen zu Ostern Mut zugesprochen und Hoffnung gemacht. Wegen der Pandemie und der Ansteckungsgefahren blieben die Kirchen am Osterwochenende leer, Gottesdienste wurden unter anderem im Internet übertragen.

Schutzkleidung gespendet: Der gebürtige Bad Nauheimer und seit Jahren in China arbeitende Unternehmer Thomas Wolf hat Schutzkleidung im Wert von 500 000 Euro in seine Heimat gespendet, unter anderem an das Krankenhaus in Lich, berichtet die Hessenschau auf ihrer Internetseite.

Infektionen: Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus war am Sonntag in Hessen über die 6000er-Marke gestiegen. Am Ostermontag hatten sich (Stand 14 Uhr) nach Angaben des Sozialministeriums 6093 Menschen nachgewiesen mit dem Erreger SARS-CoV-2 angesteckt, 90 mehr als am Vortag gemeldet. Die Zahl der Todesfälle stieg um drei auf 136.

Virtuelle Ostermarschierer: Virtuelle Friedensbotschaften und Transparente in den Fenstern statt des traditionellen Ostermarschs: Die Friedensbewegung musste in diesem Jahr umplanen. »Die Basisinitiativen der Friedensbewegung trugen trotz der coronabedingten Verbote ihre Forderungen vielfältig in die Öffentlichkeit«, sagte ein Sprecher der Organisatoren. dpa

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